Hospital zum Heiligen Geist

THD Methode zur Behandlung von Hämorrhoiden – ein innovatives minimal invasives Verfahren

Hämorrhoiden sind ein Krankheitsbild, das die betroffenen Patienten stark belastet und überdies extrem tabuisiert ist. Welche Therapie geeignet ist, hängt vor allem davon ab, wie sehr die Hämorrhoiden vergrößert und wie stark die Beschwerden sind. Bis vor wenigen Jahren waren operative Behandlungen der Hämorrhoiden für den Patienten belastende, oftmals schmerzhafte Operationen mit nicht unbeträchtlichen Risiken bezüglich der analen Kontinenz.

Dr. med. Eun-Young Cho

THD und RAR sind die innovativen, minimal invasiven Therapien bei Hämorrhoiden.

Bei der transanalen HämorrhoidenDearterialisation (THD) werden die Hämorrhoidal-Arterien mit einer Dopplersonde selektiv aufgespürt und ligiert. Beim Rekto-Anal-Repair (RAR) kann ggf. zusätzlich eine Mukopexie des prolabierten Schleimhautgewebes durchgeführt werden. Zur Durchführung der Operation wird ein beleuchtetes Proktoskop verwendet, an dessen Oberfläche sich eine Ultraschallsonde zur Aufspürung der abzunähenden Arterienendäste befindet. Mit Hilfe der Ultraschallsonde werden die Arterienendäste der oberen Hämorrhoidalarterien geortet. Sie können dann umstochen und abgebunden werden. Anschließend wird eventuell prolabierte Schleimhaut mit einer Raffnaht nach oral verzogen und fixiert. Auf diese Weise wird einerseits die Blutzufuhr der Hämorrhoiden unterbrochen, so dass die Hämorrhoidalpolster abschwellen und Blutungen gelindert werden. Andererseits wird prolabiertes Gewebe repositioniert.

Was macht die THD Methode so attraktiv?

Bei diesem Operationsverfahren wird weder in das Gewebe geschnitten, noch wird Gewebe entfernt. Vor allem haben Patienten im postoperativen Verlauf keine oder nur geringgradige Schmerzen. Und die Gefahr einer Inkontinenz ist nahezu null.

Die THD-Methode wird in der Regel bei Hämorrhoiden 2. und 3. Grades angewendet. Auch bei Hämorrhoiden 4. Grades kann die THD-Methode zur Anwendung kommen, hier planen wir jedoch von vornherein eine Therapie im Stufenkonzept. Die Operation kann ambulant durchgeführt werden oder mit kurzem, stationärem Krankenhausaufenthalt erfolgen, entweder in Vollnarkose oder PDA (Peridualanästhesie). Wir praktizieren die THD-Methode nicht in lokaler Betäubung.

Die Operation erfolgt streng oberhalb der Linea dentata, da in diesem Bereich in der Regel keine Schmerzrezeptoren vorliegen. Allerdings ist die Verteilung der Nozizeptoren im Analkanal individuell sehr unterschiedlich. Daher kann postoperative Schmerzfreiheit nicht generell versprochen werden. Die meisten Patienten klagen postoperativ jedoch lediglich über Druckgefühle oder leichtes Ziehen.

Die THD, kombiniert mit Mukopexie, hat sich in der Hand von proktologisch tätigen Chirurgen neben der Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo und konventionellen, resezierenden Eingriffen fest etabliert. Allerdings liegen zurzeit nur wenige Studien mit Langzeitergebnissen vor. An der Stelle des stärksten Dopplersignals ist das Zentrum der Arterie. In einer Studie von Radzikhovskiy und Hesterberg aus dem Roten Kreuz Krankenhaus Kassel wurden in der Zeit vom 01.01.2009 bis zum 31.12. 2012 insgesamt 129 Patienten mit Hämorrhoiden 2. oder 3. Grades mittels transanaler Hämorrhoiden-Dearterialisation mit Rekto-Anal-Repair (RAR) behandelt. Ein Wiederholungseingriff war nur in 13 Prozent erforderlich. Ein Einfluss auf das Stuhlverhalten wurde in 20 Prozent der Fälle beobachtet, dabei überwog eine Verbesserung der Obstipationsbeschwerden in 11 Prozent der Fälle.

Chefärztin

Dr. med. Eun-Young Cho

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